Podcast starten: In 10 Schritten zum eigenen Podcast

Frau mit Kopfhörern spricht am Schreibtisch in ein Podcast-Mikrofon

Um einen Podcast zu starten, brauchst du ein klares Thema für eine bestimmte Zielgruppe, ein Mikrofon, das zu deinem Raum passt, eine sauber geschnittene erste Folge und einen Hosting-Anbieter, der deinen RSS-Feed an Apple Podcasts, Spotify und Co. ausliefert. Die Technik ist dabei selten das Problem. Schwieriger ist es, nach Folge fünf noch dranzubleiben. Diese Anleitung führt dich in zehn Schritten von der Idee bis zur veröffentlichten Folge, mit Plattformnamen und Preisen auf dem Stand von Oktober 2026.

Wie funktioniert ein Podcast technisch?

Ein Podcast ist eine Serie von Audio- oder Videofolgen, die über einen RSS-Feed verteilt wird. Den Feed erzeugt dein Hosting-Anbieter, sobald du eine Folge hochlädst. Apple Podcasts, Spotify und andere Apps lesen ihn regelmäßig aus und zeigen neue Folgen automatisch an. Du lädst also nur an einer Stelle hoch, die Verteilung übernimmt der Feed.

Daraus ergibt sich die Reihenfolge der Schritte: erst Konzept und Aufnahme, dann Hosting, dann die Anmeldung bei den Plattformen.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen

Bevor du über Mikrofone nachdenkst, beantworte zwei Fragen: Wer soll zuhören, und was hat diese Person davon? „Alle, die sich für Marketing interessieren“ ist keine Zielgruppe. „Gründerinnen von Onlineshops im ersten Jahr, die ohne Agentur Kunden gewinnen wollen“ schon.

Für Unternehmen kommt eine dritte Frage dazu: Was soll der Podcast leisten? Bewerber gewinnen, Expertise zeigen, Mitglieder informieren? Davon hängt ab, wer spricht und welche Form passt. Ob du über dein eigenes Unternehmen sprichst oder ein eigenständiges Thema präsentierst, klärt der Vergleich Corporate Podcast vs. Branded Podcast.

Schritt 2: Format, Länge und Rhythmus wählen

Die gängigen Formate sind schnell aufgezählt: das Interview mit wechselnden Gästen, das Gespräch zwischen festen Hosts, die Solo-Folge und das erzählende Feature mit Sprechertext und O-Tönen. Für den Anfang ist das Interview am leichtesten, weil die Gäste die Hälfte des Inhalts mitbringen.

Bei der Länge gilt: so lang, wie das Thema trägt, und möglichst immer ähnlich lang. Der Reise-Podcast Intensiverleben von Studiosus verspricht zum Beispiel „30 Minuten Urlaub für die Ohren“. Eine verlässliche Länge hilft deinen Hörern, die Folge in ihren Alltag einzuplanen, etwa für den Arbeitsweg.

Noch wichtiger ist der Rhythmus. Technik Teamwork THW, der Podcast des Technischen Hilfswerks, kam über Jahre jeden Monat mit einer neuen Folge, ebenso UnterFreunden! aus der US-Botschaft Berlin. Wähle einen Takt, den du auch in stressigen Monaten schaffst. Monatlich und verlässlich ist besser als wöchentlich mit Lücken.

Produziere vor dem Start eine Pilotfolge, die niemand außer dir hören muss, und danach zwei bis drei Folgen auf Vorrat. In der Pilotfolge findest du die Fehler, bevor sie öffentlich sind, und der Vorrat rettet dich, wenn ein Gast kurzfristig absagt.

Schritt 3: Name, Cover und Beschreibung festlegen

Der Name sollte sagen, worum es geht, oder zumindest neugierig machen. Prüfe vor der Entscheidung in den großen Podcast-Apps, ob es ihn schon gibt. Ein Untertitel kann das Erklären übernehmen, so wie bei „Sicher durchs Leben, der Podcast der WGV“.

Das Cover ist quadratisch und muss auch als winziges Vorschaubild in der App funktionieren: wenige Wörter, große Schrift, starker Kontrast. In der Beschreibung sollte schon im ersten Satz stehen, für wen der Podcast ist und worum es geht. Dort suchen Menschen und Plattformen nach Stichwörtern.

Schritt 4: Das passende Mikrofon wählen

Für die meisten Einsteiger ist ein dynamisches Mikrofon die bessere Wahl. Kondensatormikrofone sind empfindlicher und bilden die Höhen detailreicher ab. In einem akustisch behandelten Studio ist das ein Vorteil, im Arbeitszimmer mit kahlen Wänden nehmen sie aber auch Lüftung, Straßenlärm und Raumhall mit. Der Mikrofonhersteller Shure beschreibt genau dieses Problem in seinem Ratgeber zur Mikrofonwahl fürs Podcasting: Mit einem Kondensatormikrofon riskierst du zu Hause, das Rauschen der Lüftung und Mundgeräusche mit aufzunehmen, dynamische Mikrofone verdecken solche Störgeräusche auf natürliche Weise.

Mindestens so wichtig wie die Bauart ist der Abstand. Shure rät im selben Ratgeber, nah ans Mikrofon zu gehen, auf etwa 5 bis 30 Zentimeter (im Original 2 bis 12 Zoll). Dann wird deine Stimme im Verhältnis zu Raum und Nebengeräuschen lauter.

Bleibt die Frage nach dem Anschluss. USB-Mikrofone steckst du direkt an den Rechner. XLR-Mikrofone brauchen ein Audio-Interface, sind dafür später flexibler, und sobald zwei Personen am selben Tisch sitzen, ist ein Interface mit zwei Eingängen meist die sauberere Lösung. Dazu gehören geschlossene Kopfhörer, damit du beim Aufnehmen hörst, was das Mikrofon hört.

Schritt 5: Raum vorbereiten und aufnehmen

Ein guter Raum für Sprachaufnahmen ist klein und weich eingerichtet. Teppich, Vorhänge, ein volles Bücherregal und Polstermöbel schlucken Hall, leere Wände, Glas und Fliesen werfen ihn zurück. Die Küche ist deshalb fast immer der schlechteste Ort, ein Kleiderschrank voller Mäntel dagegen ein überraschend guter.

Mach vor jeder Aufnahme eine kurze Probeaufnahme und hör sie mit Kopfhörern ab. Ein brummender Kühlschrank fällt dir dabei sofort auf. Im Schnitt bekommst du ihn kaum noch weg.

Im Studio, remote oder vor Ort

Ein Studio bringt kontrollierte Akustik und jemanden, der auf Pegel und Technik achtet. Bei PODCAST.EINS ist das unser Studio am Flughafen Tempelhof in Berlin. Remote-Aufnahmen sind die Lösung, wenn Gäste in anderen Städten sitzen. Die beste Qualität bekommst du, wenn jede Person ihre Stimme lokal aufnimmt und die Spuren hinterher zusammengesetzt werden. Der Ton eines Videocalls ist dafür nur eine Notlösung. Vor Ort aufzunehmen lohnt sich, wenn der Ort Teil der Geschichte ist. Die Baukammer Berlin spricht in ihrem Podcast konstruktiv zum Beispiel direkt in und an Berliner Bauwerken über die Ingenieursleistung dahinter.

Schritt 6: Schneiden und mastern

Im Schnitt entfernst du Versprecher, lange Pausen und Passagen, die vom Thema wegführen. Kürzen ist fast immer richtig: Was dir beim Aufnehmen wichtig vorkam, ist beim Hören oft nur Länge. Für den Anfang reicht ein kostenloses Programm wie Audacity.

Danach kommt das Mastering. Dabei wird die Lautheit angeglichen, damit deine Folge nicht leiser oder lauter klingt als die davor oder als andere Podcasts. Apple empfiehlt in seinen Audio-Anforderungen für Podcasts eine Gesamtlautheit von etwa -16 dB LKFS mit einer Toleranz von ±1 dB und einen True Peak von höchstens -1 dB FS. LKFS und LUFS bezeichnen übrigens dasselbe Maß. Viele Schnittprogramme haben eine Funktion, die auf einen Lautheitswert normalisiert, dort trägst du -16 ein.

Schritt 7: Intro, Outro und Trenner einbauen

Sounddesign macht aus einer Aufnahme eine Sendung. Drei Elemente sind fast immer dabei:

  • Opener (Intro): ein paar Sekunden Musik mit Titel und Absender, damit jeder sofort weiß, was läuft.
  • Trenner: kurze Klangelemente, die Themenblöcke voneinander absetzen.
  • Closer (Outro): der Abschluss, oft mit einer Bitte ans Publikum.

Wie das klingt, zeigt das Sounddesign von Sicher durchs Leben, dem Podcast der WGV. Der Opener nennt Titel und Absender. Der Closer endet mit einer klaren Bitte: „Nicht vergessen, auf Abonnieren zu klicken, dann verpasst ihr keine neue Folge.“ Dazu kommen zwei Trenner und ein Musikbett, das unter Moderationen liegen kann. Weitere Beispiele, vom einzelnen Opener bis zur Klangwelt für drei Formate, findest du in unseren Sounddesign-Referenzen.

Bei der Musik gilt: Verwende nur, wofür du die Rechte hast. Ein gekaufter Song erlaubt dir das private Hören, nicht die Veröffentlichung in deinem Podcast. Auf der sicheren Seite bist du mit eigens komponierter Musik oder mit Lizenzmusik, deren Bedingungen den Einsatz in Podcasts ausdrücklich erlauben.

Schritt 8: Hosting-Anbieter wählen und RSS-Feed anlegen

Deine Audiodateien liegen nicht bei Spotify oder Apple, sondern bei einem Hosting-Anbieter. Er speichert die Folgen, erzeugt den RSS-Feed und liefert Statistiken zu den Abrufen. Achte bei der Auswahl auf Datenschutz und Serverstandort, auf aussagekräftige Statistiken und darauf, dass du später umziehen kannst, ohne deine Abonnenten zu verlieren.

Zwei Beispiele mit Preisen, Stand Oktober 2026:

  • Podigee: ein deutscher Anbieter mit Sitz in Berlin. Der Tarif Launch ist dauerhaft kostenlos und reicht für einen Podcast mit 60 Minuten Audio. Die bezahlten Tarife kosten laut Preisliste 19 bis 59 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer, schon der kleinste mit unbegrenzt Audio. Für große Setups gibt es individuelle Angebote.
  • Acast: Der kostenlose Tarif Starter umfasst einen Podcast mit fünf Folgen. Unbegrenzt viele Folgen gibt es dort, wenn du die Show für Werbung auf dem Acast-Marktplatz freigibst, oder in den bezahlten Tarifen.

Für einen Unternehmenspodcast lohnt sich ein bezahlter Tarif meist früh, schon wegen der Statistiken und weil kostenlose Tarife beim Umfang begrenzt sind.

Schritt 9: Bei Apple Podcasts, Spotify und Co. einreichen

Sobald die erste Folge im Feed ist, meldest du den Podcast bei den Plattformen an. Das passiert einmal, danach erscheinen neue Folgen automatisch.

Bei Apple Podcasts läuft die Anmeldung über Apple Podcasts Connect. Du gibst die Adresse deines RSS-Feeds ein, und Apple prüft den Feed technisch und inhaltlich, bevor die Show erscheint. Bei Spotify heißt das Portal Spotify for Creators, so nennt es sich seit November 2024, vorher hieß es Spotify for Podcasters. Amazon Music nimmt Podcasts über Amazon Music for Podcasters auf, ebenfalls mit der Feed-Adresse.

Google Podcasts gibt es nicht mehr. Google hat die App eingestellt und Podcasts zu YouTube Music verlagert, YouTube kann Podcasts inzwischen auch per RSS-Feed übernehmen. Dazu kommen Plattformen wie Deezer oder RTL+. Viele Hosting-Anbieter übernehmen die Anmeldung bei mehreren Plattformen direkt aus ihrem Menü. Welche Apps deine Hörer nutzen, zeigt unser Überblick über Podcast-Apps.

Schritt 10: Den Podcast bekannt machen

Ein neuer Podcast wird selten von selbst gefunden. Veröffentliche vor der ersten Folge einen kurzen Trailer, der in einer, höchstens zwei Minuten sagt, wer spricht, worum es geht und wie oft neue Folgen kommen. Dann hat jeder, der auf deinen Podcast stößt, sofort etwas zum Reinhören.

Deine stärksten Verbündeten sind die Gäste. Bitte jeden Gast, seine Folge zu teilen, und gib ihm dafür einen fertigen Text und einen kurzen Clip. Nutze deine eigenen Kanäle: Website, Newsletter, LinkedIn, die E-Mail-Signatur. Shownotes mit klaren Stichwörtern helfen in den Suchfeldern der Apps. Aus jeder Folge lassen sich außerdem Blogbeiträge, Zitate und kurze Videos machen. Wie diese Mehrfachverwertung die Markenbindung stärkt, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag.

Wenn du schneller wachsen willst, erreichst du mit Podcast-Werbung in anderen Shows Menschen, die ohnehin Podcasts hören.

Was kostet es, einen Podcast zu starten?

Die Technik ist der kleinere Posten. Mit einem dynamischen USB-Mikrofon, geschlossenen Kopfhörern, kostenloser Schnittsoftware und einem kostenlosen Hosting-Tarif kommst du mit einem kleinen Budget an den Start. Laufende Kosten entstehen vor allem durch das Hosting, bei Podigee je nach Tarif zwischen 0 und 59 Euro im Monat zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand Oktober 2026). Dazu kommen je nach Anspruch Musiklizenzen, ein professionell gestaltetes Cover und Sounddesign.

Der größte Posten ist deine Zeit. Vorbereitung, Gästesuche, Aufnahme, Schnitt, Veröffentlichung und Vermarktung kosten ein Vielfaches der Laufzeit einer Folge, besonders am Anfang. Plane das ehrlich ein, bevor du einen wöchentlichen Rhythmus versprichst.

Wann lohnt sich eine Podcast-Agentur?

Wenn du allein oder als Hobby startest, brauchst du keine Agentur. Die Schritte oben schaffst du selbst, und du lernst dabei eine Menge.

Anders sieht es aus, wenn ein Unternehmen, ein Verband oder eine Institution hinter dem Podcast steht. Dann zählen Dinge, die Einsteiger leicht unterschätzen: ein Konzept, das über die ersten Folgen hinausträgt, eine Gesprächsführung, die auch nervöse Gäste zum Reden bringt, verlässliche Termine, Freigaben mit der Kommunikationsabteilung und ein Klang, der zum restlichen Markenauftritt passt. Es gibt auch Mittelwege: Du moderierst selbst und holst dir Unterstützung für Konzept und Schnitt. Auch wir bieten dafür Moderationscoaching an, alternativ übernehmen Moderatorinnen und Moderatoren aus dem Radio.

Unsere ehrliche Einschätzung: Die Technik ist kein Grund, eine Agentur zu beauftragen. Ein Mikrofon und ein Hosting-Tarif sind schnell gekauft. Der Grund ist Verlässlichkeit über viele Folgen hinweg, wenn im Alltag niemand Zeit für Schnitt und Redaktionsplan hat. Wenn das auf dich zutrifft, schau dir an, wie wir eine Podcast Produktion für Unternehmen aufsetzen.

Häufige Fragen

Welches Mikrofon ist für Podcast-Anfänger am besten?

Ein dynamisches Mikrofon, wenn du in einem normalen Wohn- oder Arbeitsraum aufnimmst. Es nimmt weniger Raumhall und Nebengeräusche auf als ein Kondensatormikrofon. Mindestens so wichtig ist der Abstand: Sprich aus kurzer Distanz ins Mikrofon, Shure nennt etwa 5 bis 30 Zentimeter.

Wie lang sollte eine Podcast-Folge sein?

So lang, wie dein Thema trägt, und möglichst immer ähnlich lang. Feste Längen helfen den Hörern bei der Planung. Der Reise-Podcast Intensiverleben von Studiosus wirbt zum Beispiel mit „30 Minuten Urlaub für die Ohren“.

Kann ich einen Podcast kostenlos starten?

Ja. Kostenlose Schnittsoftware wie Audacity und kostenlose Hosting-Tarife wie Launch bei Podigee oder Starter bei Acast reichen für den Anfang. Beide Tarife sind begrenzt, bei Podigee auf 60 Minuten Audio, bei Acast auf fünf Folgen (Stand Oktober 2026). Ein eigenes Mikrofon solltest du trotzdem kaufen.

Wie kommt mein Podcast auf Spotify?

Über Spotify for Creators. Du meldest dich dort an und gibst die Adresse deines RSS-Feeds ein, die dir dein Hosting-Anbieter erzeugt. Viele Hosting-Anbieter erledigen die Übermittlung an Spotify auch direkt aus ihrem Menü.

Wie oft sollte ich eine neue Folge veröffentlichen?

So oft, wie du es dauerhaft schaffst. Monatlich ist für Unternehmenspodcasts ein realistischer Rhythmus, so haben es etwa das THW und die US-Botschaft Berlin mit ihren Podcasts gehalten. Wichtiger als die Frequenz ist, dass du deine Termine einhältst.

Du planst einen eigenen Podcast?

Wir entwickeln und produzieren Podcasts für Unternehmen, vom ersten Konzept bis zur fertigen Folge auf allen Plattformen. Wie das abläuft, steht unter Podcast Produktion. Oder du erzählst uns direkt von deiner Idee.

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