Der neue Player wird alles verändern – Google Podcast launcht iOS App

29.03.2020 |Podcast Player, Google Podcast, Google IOS App

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Wahrscheinlich ist die Lösung durch Google Podcasts ganz nah, weil als Podcaster*In hat man ein generelles Problem: Wie bewerbe ich mein Produkt? Dadurch, dass es nicht nur die zwei großen Betriebssysteme gibt – also Android und iOS, hat man schon mal generell ein Problem, aber dazu kommt auch noch die Tatsache, dass Podcasts auf vielen verschiedenen Spezialplattformen laufen. Jeder kennt Apple Podcasts und jeder kennt Spotify, einige kennen Deezer, wieder andere Castbox. Auch Overcast ist vielleicht noch einigen ein Begriff. Pocketcast ist schon Spezialwissen und Audio Now sicher nur in Deutschland ein Begriff. Das führt dazu, dass man oder frau als Podcaster*In beim Erstellen einer Produktion sehr viele Anmeldeprozesse durchläuft – wenn einmal der RSS Feed erstellt ist, heißt es, sich in vielen Dashboards anzumelden und dort wieder diesen Feed zu hinterlegen – ich rede aus Erfahrung – schön ist anders.

Was aber das schlimmste ist, ist die Bewerbung des Produkts. Denn soll man oder frau sich nur auf eine Plattform beschränken und damit alle, die diese Plattform nicht als App haben als Hörer*Innen ausschließen? Sicher nicht. Deswegen fallen solche Sätze wie “Überall da, wo´s Podcasts gibt” in der Hoffnung, das die potentielle Hörerin bis zum Öffnen der jeweiligen App noch den Namen des jeweiligen Podcasts in Erinnerung behalten hat und die Suche auf der jeweiligen Plattform dann auch so gut funktioniert, dass der gewünschte Podcast auch gefunden wird. Ein klassischer Medienbruch ist ein Klacks dagegen. Obwohl wir meistens von innerhalb des Netzes reden. Viele retten sich mit sogenannten Landingpages, also Seiten auf Webseiten, auf denen eine Liste mit den jeweiligen Plattform URL´s ist – aber alles Zahlenmaterial spricht gegen die Effektivität solcher Veranstaltungen – wer macht sich schon die Mühe im Netz, zuerst eine bestimmte Seite aufzurufen, dann in einer Liste das gewünschte Ziel zu suchen und dann auch noch zu klicken, um dann wohlmöglich auch noch von Desktop auf Mobile zu wechseln – alles spricht gegen dieses Verfahren – aber was soll frau oder man denn sonst machen?

Jetzt hat – wieder einmal – der Riese aus Mountain Valley zugeschlagen und plattformübergreifend seine neue App gelauncht – Google Podcasts. Die gab es schon länger auf Android Geräten, jetzt ist sie auch für iOS Devices erhältlich. Das beste ist aber – egal, ob der oder die Empfänger*In eines Links zu einer generellen Podcast Show oder einer speziellen Podcast Episode die Google Podcasts App geladen hat oder nicht, es öffnet sich sofort das Ziel und man kann mit einem zweiten Klick sofort hören. Denn bei Nichtvorhandensein der App auf dem Device öffnet sich eben der Browser mit Google Podcasts. Gefühlt sind das 2000 Klicks weniger als bei aktuellen Verfahren. Insofern gibt es für Podcaster*Innen keinen einzigen Grund mehr, andere Plattformen zu promoten, weil – wie oben beschrieben – viel zu kompliziert.

Da steht das Dilemma aber auch vier Beinen vor einem: Schon wieder den Giganten aus Mountain Valley unterstützen und damit promoten und noch einflussreicher machen? Nun, aus Podcaster*Innen Sicht gibt es keinen Grund, das nicht zu tun. Jede Vermarktung, die finanziell bei der Podcaster*In landet, funktioniert auch über Google Podcasts. Und vor allen Dingen – hier gibt es einen Link, der einfach funktioniert. Und man muss auch einfach sagen – die anderen Plattformen haben eine browserbasierte Lösung einfach verpennt. Insofern, möchte ich mal kurz unken: Wenn das so weiter geht, können Spotify, Apple Podcasts und Co bald einpacken, weil aus Podcast Produktionssicht kein Grund mehr für die Promotion dieser Plattformen spricht. Und ohne Content können diese Plattformen die Schotten dicht machen.

Und wenn ich jetzt noch den Topf SEO aufmache, wird es gaaaaaanz dunkel für die anderen Player im Podcast Feld – aber es soll ja schon Menschen gegeben haben, die lernfähig sind. Ich sag´s ja nur …